Wie ich meine eigene Website auf Score 80+ optimiert habe
Ein ehrlicher Erfahrungsbericht: Von Score 73 auf 80+ — welche Änderungen den größten Impact hatten und was ich dabei gelernt habe.
Ich predige Optimierung — aber wie sieht's bei mir selbst aus?
Als Entwickler sage ich meinen Kunden ständig: "Deine Website muss schneller werden", "Dein SEO hat Lücken", "Deine CTAs sind nicht klar genug". Aber Hand aufs Herz — wie steht es eigentlich um meine eigene Website?
Ich habe beschlossen, mich meinem eigenen Audit zu stellen. Mit meinem eigenen Tool MaxMyReport. Gnadenlos, ehrlich, ohne Schönfärberei. Hier ist, was dabei rauskam.
Die Ausgangslage: Score 73 von 100
Mein erster Gedanke: "Na ja, wird schon okay sein. Ich bin ja Entwickler, ich weiß was ich tue." Spoiler: Der Score hat mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Gesamtscore: 73/100 — solide, aber definitiv nicht das, was ich meinen Kunden empfehlen würde. Hier die Aufschlüsselung:
Technik & Performance: 78/100
Solide Basis mit Next.js und Vercel. Aber ein Problem stach heraus: Das tsparticles-Bundle war über 400 KB groß. Für einen hübschen Partikel-Effekt im Hero-Bereich. 400 KB. Das ist mehr als manche komplette Websites wiegen.
Außerdem: Die manifest.json lieferte einen 404-Fehler, weil die Next.js-Middleware die Datei fälschlicherweise auf eine lokalisierte Route umleitete. Ein klassischer "funktioniert bei mir lokal"-Bug.
SEO & Sichtbarkeit: 68/100
Der größte Augenöffner. Ich hatte tatsächlich noch ein <meta name="keywords">-Tag in meinen Seiten. Das hat seit 2009 keinen SEO-Wert mehr — Google ignoriert es komplett. Peinlich, wenn man SEO-Beratung anbietet.
Dazu kamen fehlende FAQ-Schemas auf den Service-Seiten und eine ausbaufähige interne Verlinkung. Die Seiten existierten, aber sie waren nicht optimal miteinander verknüpft.
UX & Conversion: 72/100
Mein Kontaktformular war prominent platziert — aber der eigentliche Conversion-Killer war woanders: Der Kalender zum Termin buchen war versteckt. Besucher mussten scrollen, suchen, klicken. Dabei ist ein gebuchter Termin viel wertvoller als eine "Hallo, ich hätte Interesse"-Mail.
Content & Brand: 70/100
Guter Content, saubere Texte — aber mein USP war nicht klar genug kommuniziert. Warum sollte jemand mich beauftragen statt die nächste Agentur? Diese Frage hat meine Website nicht in den ersten 5 Sekunden beantwortet.
Accessibility: 82/100
Der beste Wert — aber auch hier gab es Luft nach oben. 22 SVG-Icons ohne aria-hidden. Für Screenreader-Nutzer bedeutet das: sinnlose Ankündigungen bei jedem dekorativen Icon. Ein kleines Detail, das den Unterschied zwischen "zugänglich" und "wirklich zugänglich" macht.
Markt & Wettbewerb: 65/100
Die härteste Kategorie. Ich war für keines meiner relevanten Keywords in den Google Top-10. Nicht für "KI-Entwicklung Köln", nicht für "MVP Entwicklung", nicht für "Website Audit". Die Inhalte waren da, aber die Sichtbarkeit fehlte.
Die Quick Wins — unter 5 Minuten pro Fix
Das Erstaunliche: Die meisten Verbesserungen waren trivial. Kein großes Refactoring, kein Redesign. Einfach Dinge, die man übersieht, wenn man zu nah dran ist.
1. manifest.json 404 gefixt
Eine Zeile in der Middleware-Konfiguration: Die manifest.json aus dem Locale-Routing ausschließen. Fix-Dauer: 2 Minuten. Ergebnis: PWA-Support funktioniert wieder, Lighthouse meldet keinen Fehler mehr.
2. Keywords Meta-Tag entfernt
Einfach rausgelöscht. Kein Ersatz nötig. Google hat den Keywords-Meta-Tag 2009 offiziell für irrelevant erklärt. Jede Sekunde, die man damit verbringt, ist verschwendet. Fix-Dauer: 1 Minute.
3. Cal.com Deprecation-Warning behoben
Die Cal.com-Integration nutzte eine veraltete API. Ein Update auf die aktuelle Embed-Version hat die Console-Warnungen eliminiert und die Ladezeit des Kalenders verbessert. Fix-Dauer: 5 Minuten.
4. 22 SVG-Icons mit aria-hidden versehen
Ein simples aria-hidden="true" auf alle dekorativen Icons. Screenreader-Nutzer werden nicht mehr mit sinnlosen Icon-Beschreibungen bombardiert. Fix-Dauer: 10 Minuten (mit Search & Replace deutlich schneller).
5. Supabase Upload-Script überarbeitet
Das Script, das Audit-Reports in Supabase hochlädt, hatte Edge Cases, die zu Silent Failures führten. Komplett überarbeitet mit besserer Fehlerbehandlung und Validierung. Fix-Dauer: 30 Minuten — der aufwändigste Quick Win.
Die größeren Änderungen
Neben den Quick Wins gab es strukturelle Verbesserungen, die mehr Aufwand erforderten, aber den größten Impact hatten.
Kalender als primärer CTA
Die wichtigste Änderung: Der Kalender-Button ist jetzt der prominenteste Call-to-Action auf jeder Seite. Statt "Kontaktformular ausfüllen und hoffen, dass jemand antwortet" heißt es jetzt "Buch dir direkt einen Termin". Weniger Reibung, höhere Conversion.
Revenue-Share-Modell transparent kommuniziert
Mein Geschäftsmodell ist ungewöhnlich: Ich biete Revenue-Share-Modelle an, bei denen ich am Erfolg meiner Kunden beteiligt bin. Das war vorher versteckt in einem Nebensatz. Jetzt ist es ein zentrales Verkaufsargument — weil es Vertrauen schafft. Wenn ich nur verdiene, wenn du verdienst, sind unsere Interessen aligned.
FAQ-Schema auf allen Service-Seiten
Jede Service-Seite hat jetzt ein strukturiertes FAQ-Schema (FAQPage JSON-LD). Das hilft Google, die häufigsten Fragen direkt in den Suchergebnissen anzuzeigen — mehr Sichtbarkeit, mehr Klicks, ohne zusätzlichen Content erstellen zu müssen.
Interne Verlinkung verbessert
Blog-Artikel verlinken jetzt auf relevante Service-Seiten. Service-Seiten verlinken auf passende Case Studies. Die Website fühlt sich nicht mehr wie einzelne Inseln an, sondern wie ein zusammenhängendes Netzwerk — genau das, was Google sehen will.
Das Ergebnis: Von 73 auf 80+
Nach allen Änderungen habe ich den Audit erneut durchlaufen lassen. Das Ergebnis:
- Technik & Performance: 78 → 85 (+7 Punkte)
- SEO & Sichtbarkeit: 68 → 79 (+11 Punkte)
- UX & Conversion: 72 → 81 (+9 Punkte)
- Content & Brand: 70 → 78 (+8 Punkte)
- Accessibility: 82 → 89 (+7 Punkte)
- Markt & Wettbewerb: 65 → 72 (+7 Punkte)
- Gesamtscore: 73 → 81 (+8 Punkte)
Der größte Sprung kam im SEO-Bereich (+11 Punkte). Und das Absurde: Die wirkungsvollsten Änderungen waren auch die einfachsten. Das Keywords-Meta-Tag entfernen, FAQ-Schemas hinzufügen, interne Links setzen — alles unter einer Stunde Aufwand.
Die 5 wichtigsten Learnings
1. Man übersieht die eigenen Fehler
Ich arbeite jeden Tag an Websites. Trotzdem hatte ich einen 404 in meiner manifest.json, ein nutzloses Meta-Tag und versteckte CTAs. Betriebsblindheit ist real — und ein systematischer Audit ist das beste Gegenmittel.
2. Die meisten Fixes sind trivial
80% der Verbesserungen haben weniger als 5 Minuten gedauert. Das Problem war nie der Aufwand — sondern dass ich nicht wusste, dass das Problem existiert. Ein Audit macht das Unsichtbare sichtbar.
3. SEO-Quick-Wins haben den größten ROI
Strukturierte Daten, saubere Meta-Tags, interne Verlinkung — das sind keine sexy Themen. Aber sie bringen mehr als jede Design-Überarbeitung. 11 Punkte Verbesserung im SEO-Score, ohne einen einzigen neuen Text zu schreiben.
4. Accessibility ist kein Nice-to-have
Die 22 fehlenden aria-hidden-Attribute haben mich nicht gestört — weil ich keinen Screenreader benutze. Für Menschen, die darauf angewiesen sind, war meine Website unnötig schwer zu bedienen. Accessibility-Fixes kosten fast nichts und machen deine Website für alle besser.
5. Regelmäßige Audits > einmaliger Launch-Check
Eine Website ist nie "fertig". Dependencies veralten, neue Best Practices entstehen, Content wird ergänzt. Ein Audit beim Launch ist gut — aber regelmäßige Re-Audits sind besser. Ich plane jetzt, meine eigene Website alle 4 Wochen zu prüfen.
Was das für dich bedeutet
Wenn ein Entwickler, der täglich mit Websites arbeitet, einen Score von 73 hat — dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch deine Website Optimierungspotenzial hat. Und das ist keine schlechte Nachricht. Es bedeutet: Du kannst mit relativ wenig Aufwand deutlich mehr aus deiner Website herausholen.
Die Frage ist nicht, ob deine Website Verbesserungspotenzial hat. Die Frage ist, ob du es kennst.
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